Schlagwort: TVStud

  • Bayern spart uns kaputt!

    Kundgebung gegen Kürzungen an der Universität Passau

    Am 6. November 2025 protestierten rund 50 Studierende und Beschäftigte auf dem Mensavorplatz der Universität Passau gegen die aktuellen Kürzungen im Hochschulbereich. Unter dem Motto „Bayern spart uns kaputt – Schlussverkauf Bildung stoppen!“ hatte der AStA-Sprecher:innenrat der Universität Passau gemeinsam mit dem freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) und einem Bündnis aus Gewerkschaften und politischen Gruppen zu einer Kundgebung aufgerufen.

    📷 Foto: Lynn Ries

    In mehreren Redebeiträgen wurde deutlich, dass die von der bayerischen Staatsregierung kommunizierten Rekordinvestitionen im Alltag vieler Hochschulen nicht ankommen.


    Stattdessen sind Studierende und Beschäftigte an der Universität Passau mit gestrichenen Tutorien, fehlenden Mitteln für Lehre und Forschung sowie steigender Arbeitsbelastung konfrontiert. Die Situation wird zusätzlich durch unklare und unzureichende Kommunikation der Universitätsleitung verschärft.

    Ein zentraler Kritikpunkt war der nahezu vollständige Wegfall der Tutorien. Dieser bedeutet nicht nur einen erheblichen Qualitätsverlust in der Lehre, sondern stellt auch einen sozialen Einschnitt dar. Tutorien sind für viele Studierende eine wichtige Einkommensquelle und tragen maßgeblich zur Studienorganisation und zum Studienerfolg bei. Der Wegfall trifft insbesondere Studierende, die aufgrund finanzieller Zwänge neben dem Studium arbeiten müssen und durch starre Regelstudienzeiten zusätzlich unter Druck geraten.
    Auch aus dem akademischen Mittelbau wurden die Folgen der Kürzungen benannt. Steigende Arbeitsbelastung, Unsicherheit durch befristete Beschäftigungsverhältnisse und die Sorge um die langfristige Qualität von Lehre und Forschung prägen die Situation. Kürzungen verschärfen bestehende strukturelle Probleme und gefährden nachhaltige wissenschaftliche Arbeit.
    In einer bundesweiten Einordnung wurde die Situation in Passau als Teil eines grundsätzlichen Problems der Hochschulfinanzierung beschrieben. Die Unterfinanzierung vieler Hochschulen ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer Politik, die auf kurzfristige Programme und prestigeträchtige Projekte setzt, während die notwendige Grundfinanzierung für Personal, Lehre und Infrastruktur vernachlässigt wird. Besonders kleinere und mittlere Hochschulstandorte geraten dadurch zunehmend unter Druck.

    Die zentralen Forderungen der Kundgebung waren eine keine Kürzungen auf Kosten von Lehre und Beschäftigten, eine solide Hochschulfinanzierung durch den Freistaat und offene Kommunikation der Universitätsleitung gegenüber den Studierenden und Beschäftigten. Denn Sparrunden, kurzfristige Haushaltsstopps und intransparente Kürzungsentscheidungen verschlechtern die Studien- und Arbeitsbedingungen und gefährden die Qualität des Hochschulsystems insgesamt.


    Die Kundgebung an der Universität Passau markiert dabei keinen Endpunkt, sondern den Beginn weiterer politischer und gewerkschaftlicher Aktivitäten gegen den fortschreitenden Schlussverkauf von Bildung.

    📷 Foto: Lynn Ries